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Skull statt Dame und König
Geschrieben von: Volker Kude   

Vom Schachsportler zum Rudersportler - Rathenower mit bewegter Sportgeschichte - Klaus-Peter Kude wird 80 Jahre alt.

Im Alter von zehn Jahren machte Klaus-Peter Kude, nach Ende des zweiten Weltkrieges, mit den 64 Feldern des Schachbrettes Bekanntschaft. Er lebte in Neue Schleuse, damals noch zum Land Sachsen-Anhalt zugehörig. Klaus-Peter Kude berichtet aus dieser Zeit: „Ich erinnere mich noch gut an einen Herrn Wenzel, der in einem umgebauten Handwagen von seiner Frau zum Spielabend gebracht und wieder abgeholt wurde. Er hatte im Krieg beide Beine verloren und musste getragen werden. Um uns Kinder bemühte sich Fritz Witte.“

Mit Ende des Studiums wurde er wieder in Rathenow am schwarz-weißen Brett aktiv. Nach kurzer Einspielzeit war er Stammspieler der 1. Mannschaft. Als Sektionsleiter trug er wesentlich dazu bei, dass Simultanveranstaltungen mit den damals stärksten Spielern der DDR (wie z.B. den Großmeistern Wolfgang Uhlmann, Burkhard Malich und dem internationalen Meister Reinhart Fuchs) durchgeführt wurden. Über Jahre arbeitete er im Bezirksfachausschuss als technischer Leiter und Schiedsrichter. Klaus-Peter Kude war auch immer ein zuverlässiger Spieler, dessen Leistungen über dem Durchschnitt lagen. Seine letzten Vereinsturniere spielte er 1997 sowie 2000 ein offenes Schnellschachturnier, das er als Sieger beendete. Von 1995 bis 2008 widmete er sich dem Seniorenschach (ab 60 Jahre) auf Bundesebene. Er nahm an 48 Turnieren teil, darunter waren 4 deutsche und eine Weltmeisterschaft. Bei diesen Turnieren belegte er vordere bis mittlere Plätze.

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Schon zu dieser Zeit, genau im Jahre 2004, zeigte Klaus-Peter Kude Interesse für den Sport auf dem Wasser. Er tauschte Dame und König aus gegen Skull. Im Alter von 69 Jahren erlernte er die Feinheiten und Besonderheiten des Rudersportes. Dabei behilflich war ihm der Sportfreund Heinz Baumüller, ein verdienstvoller Sportler der Rathenower Rudervereins. Von nun an nutzte er jedes gute Wetter und die eisfreien Zeiten der Havel, um an frischer Luft aktiv Rudersport zu betreiben. Begleitet wird er noch heute fast immer durch seine Ehefrau Sigrid und den Sohn Thomas. Neben den sportlichen Aktivitäten war er dem Ruderverein in Rathenow eine wichtige Stütze bei den Reparaturarbeiten an Booten und dem Vereinsbootshaus. Beim Landesruderverband Brandenburg ist der Name Klaus-Peter Kude auch gut bekannt. So erreichte er beim Ruderwettbewerb auf der Landesebene im letzten Jahr zum wiederholten Male den 4. Platz in der Altersstufe ab 60 und älter. In seiner nun 11-jährigen Ruderkarriere, die er mit fast 70 Jahren begann, ruderte er 12.000 Kilometer auf den verschiedensten Gewässern Deutschlands, wie Weser, Müritz, Spree und Havel. Heute an seinem 80. Geburtstag wünschen wir ihm Gesundheit.02-2014-Kl-P-Kude-Ausfahrt.jpg

Und frei nach Wilhelm Busch: „Wer leben will, der muß was tun.“ wünschen wir ihm immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und Gut Holz.