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Sommerwanderfahrt 2015
Geschrieben von: Laetitia Thiele   

Nach fast einem Jahrzehnt Abstinenz war es am Montag, d. 24.08.2015 endlich wieder soweit. Insgesamt zehn Sportfreunde vom Rathenower Ruder-Club Wiking sowie einige Gastruderer machten sich auf den Weg, innerhalb von sechs Tagen das "ganz große Elbe-Havel-Dreieck" auf dem Wasserweg zu erkunden, wobei es einiges an Neuwasser und reichlich Sehenswertes gab.

Gestartet sind die zwei Vierer im Rathenower Bootshaus. Mit an Bord waren neben den Ruderern, natürlich Gepäck, Proviant und gute Laune. Die war bei dem anfangs schier endlos erscheinenden Regen auch nötig. Als erstes Etappenziel stand Genthin auf dem Plan. Mit ausreichend Pausen absolvierten die Ruderer diese erste und anstrengendste Etappe von insgesamt 56 Kilometern. Das letzte Stück führte sie über den Elbe-Havel-Kanal, mit einem Abstecher in den Roßdorfer Altkanal, bevor sie ihre Schlafstätte, den SV Chemie Genthin erreichten.

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Nach einer recht kurzen Nacht im Genthiner Bootshaus ging es am zweiten Tag weiter bis nach Burg. An dem Tag stand eine komplette Fahrt auf dem Elbe-Havel-Kanal an. Für die Mittagspause wurde der Pareyer Verbindungskanal ausgewählt, da nur hier überhaupt Anlegemöglichkeiten bestehen. Anschließend ging es weiter zur Schleuse Zerben, die sich als Highlight der Strecke entpuppte, da sie ansonsten - wie bei Kanälen leider üblich - nicht ganz so reizvoll war. Die Etappe endete bei den Wassersportfreunden Burg, wo die Ruderer bereits erwartet und herzlich in Empfang genommen wurden.

Am dritten Tag waren die Boote gegen 10 Uhr wieder startklar um ihr nächstes Ziel, Tangermünde, anzusteuern. Auf dem Weg dorthin, wurde der Steuermann jeweils alle elf Kilometer ausgewechselt. Da an diesem Tag besonders sommerliche Bedingungen vorherrschten, wurde diese "kurze Ruderpause" von den meisten gerne angenommen und im Laufe der Zeit nur noch STW (Steuermannswechsel) genannt. Nach dem Passieren der Schleuse Niegripp gelangten die Ruderer auf die Elbe. Aufgrund der relativ starken Strömung (im Vergleich zum Heimatrevier der Havel) konnten sich die Ruderer auch mal treiben lassen, was Kraft und Energie schonte. So erreichten sie nach 56 Kilometern den Tangermünder Ruderclub. Und beim Abendessen in der Altstadt von Tangermünde waren die Strapazen des Tages schnell wieder vergessen.

Zum Bergfest der Wanderfahrt stand am vierten Tag eine kurze Etappe von 39 Kilometern an. Lediglich einige Gierseilfähren und die Schleuse Havelberg mussten an diesem verregneten Tag passiert werden. Ihre Unterkunft, die Ruderriege Havelberg in einer der BUGA-Städte, erreichten die Ruderer bereits nachmittags und ließen den Tag mit Pizza und Bier feierlich ausklingen.

Damit das Elbe-Havel-Dreieck auch tatsächlich "ganz groß" wird, hatten die Wassersportfreunde am fünften Tag eine Ausfahrt auf der unteren Mündungsstrecke der Havel bis nach Gnevsdorf geplant. Davon hielt sie auch die Wehrgruppensanierung bei Quitzöbel nicht ab. Mit pfadfinderischen Qualitäten erkundeten drei Mannschaftsmitglieder, bei einer kleinen Stippvisite an Land, vorher machbare Möglichkeiten die Boote umzutragen. Wie so oft weichte am Ende die Theorie der Praxis, weshalb bei der Ankunft am Wehr ihr ursprünglicher Plan spontan umgeworfen wurde. Dadurch verringerte sich der Arbeitsaufwand und das Risiko für die Boote wurde minimiert. Trotz allem betrug der Umtrageweg noch ca. 600 m, was sich als echte Herausforderung darstellte, schlussendlich jedoch mit Bravour gemeistert wurde. Belohnt mit einem herrlichen Sonnenuntergang auf dem Wasser, fand dieser ereignisreiche Tag am Grill ein schönes, aber auch etwas melancholisches Ende, da am nächsten Tag die Rückreise anstand.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es am Samstag, d. 29.08.2015 zurück nach Rathenow. Gedankenversunken und voller Vorfreude auf die Heimat hatte niemand mit einem derartigen Zwischenfall gerechnet. Ein Hindernis unter Wasser wurde einem der Boote zum Verhängnis. Nun war schnelles Handeln erforderlich. Bei sommerlichen Temperaturen reparierten die Ruderfreunde gemeinsam das Leck im Bug des Bootes und konnten nach dieser einstündigen Zwangspause die Fahrt wieder aufnehmen.

Glücklich und etwas erschöpft fand die Fahrt nach dem Passieren der Stadtschleuse in Rathenow ein unvergessliches Ende. Alle Beteiligten waren sich einig: Diese Sommerwanderfahrt auf dem Elbe-Havel-Dreieck war eine wunderschöne Erfahrung und die nächste Fahrt auf dieser Strecke findet nicht erst wieder in einem Jahrzehnt statt.