Mehr als Training: Teamgeist, Leidenschaft und Erfolg
Mit großer Begeisterung blicken wir auf das diesjährige Ostertrainingslager unserer Jugend zurück. Diese war mit insgesamt 23 Sportlern aktiv dabei. Nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr auf so überwältigende Resonanz gestoßen war, stand schnell fest: Das müssen wir wiederholen - und sogar ausbauen! So fand das Trainingslager in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge statt und wurde aufgrund der Nachfrage um einen zusätzlichen Tag verlängert. Eine Entscheidung, die sich mehr als gelohnt hat und allen Teilnehmenden noch mehr Zeit für Training, Gemeinschaft und unvergessliche Erlebnisse bot.
Nach der gemeinsamen Belehrung startete der erste Tag mit einer abwechslungsreichen Erwärmung unter der Leitung von Landestrainer Robby, der seit dem vergangenen Jahr in seiner neuen Funktion beim Stützpunk in Potsdam tätig ist. Seine intensive Unterstützung, insbesondere seine damit verbundenen Sichtungsmaßnahmen, welche es bis dato durch den Verband nicht in so erfolgreicher Form gab, ist besonders hervorzuheben. Mit einer allgemeinathletischen Erwärmung, die gezielt Koordinationsinhalte schulte, gelang es Robby, alle Teilnehmenden optimal abzuholen und auf den Tag einzustimmen. Im Anschluss folgte die erste Laufeinheit der Woche, bevor die erste “richtige” Trainingseinheit des Tages anstand. Während ein Teil der Gruppe auf das Wasser ging, stellte sich der andere Teil einer anspruchsvollen Koordinationseinheit. In dieser gingen die Sportler nicht nur an ihre koordinativen Grenzen, sondern weit darüber hinaus.

In der darauffolgenden Mittagspause konnten sich alle bei selbstbelegten Hotdogs stärken, bevor ein Theorieblock zur Materialkunde sowie den wichtigsten Regeln und Verkehrszeichen der Binnenschifffahrtsordnung auf dem Programm stand. Gut vorbereitet ging es anschließend in die zweite Trainingseinheit mit Gruppentausch. Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsamer Auswertungsblock, bei dem die während des Wassertrainings aufgenommenen Videos zur Technikanalyse, Fehlerbehebung und zum voneinander Lernen genutzt wurden. Abgerundet wurde der ereignisreiche Tag schließlich mit einem Gruppenfoto und der Ausgabe von Goodies in Form von gebrandeten Brotdosen inklusive Reisebesteck.
Nach der Begrüßung und Morgenbesprechung übernahm Esko am zweiten Tag das Warm-up und knüpfte dabei methodisch gezielt an die koordinative Ausbildung an, sodass die Teilnehmenden optimal auf die kommenden Einheiten vorbereitet wurden. Es folgte eine Laufeinheit, bevor es diesmal für alle in die erste Wassereinheit ging. In der Mittagspause wartete ein besonderes Highlight: eine hervorragende Bolognese, die für neue Energie sorgte. Anschließend vermittelte der Theorieblock wichtige Inhalte rund um die Kommandosprache sowie die Themen Natur, Umwelt und Sicherheit. Insbesondere zu letzterem konnten bereits am Montag zwei Sportler ihr Wissen über das Kentern praktisch unter Beweis stellen. Laut diesen war das Wasser jedoch noch recht frisch, was zum Glück niemanden weiter zum Nachahmen animierte. Die zweite Wassereinheit des Tages startete mit leichter Verzögerung, da ein spontaner Hagelschauer für eine kurze Unterbrechung sorgte. Im darauffolgenden Auswertungsblock wurden die Videoaufnahmen analysiert. Unterstützt wurden wir auch durch Tom, ebenfalls Landestrainer aus Potsdam, der an allen Tagen vor Ort war und damit nicht nur entlastete, sondern auch wichtige neue Trainingsimpulse gab. Ein weiterer motivierender Höhepunkt der Woche war zudem die Anwesenheit von Bernd Niesecke, der den jungen Sportlern als erfahrener Trainer sowie Olympiasieger und Weltmeister spannende Impulse mit auf den Weg geben konnte.
Am Mittwoch übernahm Paul im Anschluss an die Tagesbesprechung das gezielt läuferische Warm-up. Dieses wurde aufgrund der besonderen Bedingungen direkt ausgeweitet. Dichter Nebel auf der Havel mit einer Sichtweite von teils unter einem Meter machte eine Wassereinheit zunächst unmöglich, sodass nach der Erwärmung eine verlängerte Laufeinheit über unseren Weinberg und die BUGA-Brücke durch die Gruppe absolviert wurde. Um das Tagesprogramm nicht unweit in die Länge zu ziehen, fand eine etwas verkürzte Wassereinheit statt. In der Mittagspause stärkten sich alle mit Buchstabensuppe. An dieser Stelle sei besonders hervorgehoben, dass die Verpflegung an jedem Tag frisch durch engagierte Helfer zubereitet wurde. Es folgte ein vielseitiger Theorieblock mit Inhalten zum Verhalten beim Wettkampf, den für Sportler wichtigsten Aspekten der Ruder-Wettkampf-Regeln sowie den zentralen Aspekten der Vereins- und Verbandsstrukturen. Letztere sind insbesondere für das Ablegen des Deutschen Ruderabzeichens wichtig. Aber auch Themen wie Fairness und der Umgang mit Diskriminierung im Sport wurden an diesem Tag aufgegriffen und vielseitig diskutiert. Nachfolgend stand mit dem Ablegen der Technikstufen 1 und 2 ein besonderer Programmpunkt an, der sowohl einen schriftlichen Theorieteil als auch einen Praxisteil im Renneiner umfasste. Letzterer wurde durch den Einsatz als Kameraboot zu einer echten Attraktion für die Jugendlichen. Diverse Impressionen dazu finden sich auf unserem Instagram Account (@rathenowerruderclubwiking). Bei einem sonnigen Tagesabschluss klang der Wochenteiler schließlich entspannt aus. Herzlichen Glückwunsch an die Absolventen der Technikstufe 1: Hugo und Mila, sowie an die Absolventen der Technikstufe 2: Jonas, Elina, Hannah, Maya und Emil!
Der letzte reine Trainingstag begann wie immer mit einem Morgen-Briefing, in dem noch einmal die Schwerpunkte des Tages festgelegt wurden. Anschließend sorgte Claudia mit einer spielerischen Erwärmung für einen motivierten und lockeren Einstieg. In der ersten Wassereinheit wurde vor allem in Mannschaftsbooten, teilweise auch in Großbooten, trainiert. Dadurch standen besonders Teamarbeit und Abstimmung im Fokus der Ausbildung. Zur Mittagspause gab es kräftigendes Wurstgulasch, bevor eine Theorieeinheit mit Einblicken in die Sportbiologie, Ernährungsphysiologie sowie die Bedeutung von Gesundheit und ausgewogener Ernährung folgte. Gut gestärkt und mit neuem Wissen ausgestattet, ging es danach in die zweite Wassereinheit, in der die Inhalte des Tages noch einmal praktisch vertieft werden konnten.

Am letzten Tag versammelten sich alle bereits zwei Stunden früher zur gemeinsamen Routen- und Tagesbesprechung am Bootshaus. Insbesondere das Verhalten während einer Wanderfahrt sowie das Verhalten und die Belastungspunkte im Gig-Boot wurden hier nochmals vertiefend thematisiert. Die praktische Umsetzung erfolgte in Form einer 30 Kilometer langen Tagesfahrt über die Mögeliner Havel bis nach Premnitz und über die Haupthavel zurück, mit einer Mittagspause in Milow. Das Wetter zeigte sich dabei wechselhaft, zu Beginn und nach der Mittagspause sonnig, dazwischen leicht bewölkt. Dies tat aber der Stimmung keinen Abbruch, sodass die gesamte Fahrt von viel Spaß und guter Laune geprägt war. Zurück am Bootshaus stand die gemeinsame Materialpflege an, bevor das Trainingslager beim abschließenden Grillen, durch das Grillmeistergespann Udo und Marina, einen rundum gelungenen Ausklang fand.
Das diesjährige Ostertrainingslager war in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg, nicht zuletzt mit Blick auf die beeindruckende Gesamtleistung von 1.652 zurückgelegten Kilometern auf dem Wasser. Diese Zahl spricht für sich und unterstreicht eindrucksvoll den Trainingsfleiß, die Motivation und den Einsatz aller Beteiligten. Doch so beachtlich diese sportliche Leistung auch ist, sie erzählt nur einen Teil der Geschichte. Mindestens genauso hervorzuheben ist der außergewöhnliche Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Über die gesamte Woche hinweg war spürbar, wie sehr sich alle gegenseitig unterstützt, motiviert und mitgezogen haben - und das unabhängig von Leistungsstand oder Erfahrung. Genau dieser Teamgeist hat das Trainingslager, ebenso wie den Rudersport, zu etwas ganz Besonderem gemacht. Der gemeinsame Spaß, das Lachen nach anstrengenden Einheiten und die vielen kleinen Momente abseits des Trainings sind nicht in Worte zu fassen, haben aber das Camp geprägt und werden allen noch lange in Erinnerung bleiben.
Darüber hinaus hat die Woche auch einen wichtigen Beitrag zur persönlichen und charakterlichen Entwicklung der Teilnehmenden geleistet. Disziplin, Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein und Fairness wurden nicht nur vermittelt, sondern aktiv gelebt. Viele Teilnehmer sind im Laufe der Tage über sich hinausgewachsen - sportlich wie auch persönlich. Insgesamt bleibt festzuhalten: Dieses Ostertrainingslager war weit mehr als nur eine intensive Trainingswoche. Es war eine Zeit des Miteinanders, des Lernens und des gemeinsamen Wachsens und damit ein Erlebnis, das den Verein nachhaltig prägt und Vorfreude auf kommende Veranstaltungen weckt.
Abschließend gilt ein besonderer Dank allen ehrenamtlich Beteiligten, Helfern sowie Trainern, insgesamt 12 Personen, die mit ihrem großen Engagement dieses Ostercamp überhaupt erst möglich gemacht haben. Ob in der Organisation, Betreuung, Verpflegung oder auf dem Wasser, ohne diesen Einsatz im Hinter- und Vordergrund wären Veranstaltungen in dieser Form nicht umsetzbar. Dafür gebührt allen höchste Anerkennung.



