Gemeinsam stark: 172 Kilometer voller Einsatz und Erlebnisse
Zum ersten Mal stand für unsere Jugendgruppe eine größere Wanderfahrt mit längeren Etappen auf dem Programm. Mit insgesamt sechs Ruderkameraden machten wir uns gemeinsam auf den Weg, um eine neue Herausforderung zu meistern und wertvolle Erfahrungen auf dem Wasser zu sammeln. Die geplante Strecke führte über das kleine Elbe-Havel-Dreieck und sollte innerhalb von drei Tagen bewältigt werden. Als Zeitraum bot sich das verlängerte Wochenende über den 1. Mai an, das ideale Bedingungen für dieses besondere Vorhaben versprach.
Die erste Etappe begann früh am Morgen mit unserem Treffen um 8:00 Uhr im Rathenower Bootshaus. Bei nahezu perfekten Bedingungen - strahlender Sonnenschein ohne eine einzige Wolke, völlige Windstille und spiegelglattes Wasser - legten wir um 8:30 Uhr ab und starteten motiviert auf unserem Heimatrevier in Richtung Schleuse Bahnitz. Trotz eines Ausfalls der Fernbedienung in Rathenow kamen wir ohne Verzögerungen durch die Schleusen, da die Bedienung vor Ort reibungslos funktionierte.

Nach den ersten Kilometern legten wir eine wohlverdiente Mittagspause beim Ruder Club Plaue (Havel), unserem Nachbarverein, ein, bevor wir unsere Fahrt bis zur Schleuse Wusterwitz fortsetzten. Dort konnten wir aufgrund aufkommender Berufsschifffahrt zügig weiterfahren und uns auf die letzten Kilometer des Elbe-Havel-Kanals machen. Diese erwiesen sich als echte Herausforderung, sodass die Strecke am Ende zur Strapaze wurde - umso größer waren jedoch die Erleichterung und Freude bei unserer Ankunft bei den Kanuten in Genthin. Nach dem Anlegen machten wir die Boote klar und uns landfein - und ließen den Abend schließlich entspannt bei einem gemeinsamen kroatischen Essen ausklingen.
Der zweite Tag begann bereits um 6:00 Uhr. Nachdem wir unser Luma-Lager zusammengeräumt hatten, teilte sich die Gruppe auf: Da kein Landdienst dabei war, ging ein Teil von uns einkaufen, während der andere die Boote vorbereitete. Nach einem gemeinsamen Frühstück machten wir uns zügig auf den Weg zur Schleuse Parey, um von dort auf die Elbe zu gelangen.

Nach den ersten 15 Kilometern konnten wir die Strömung und den leichten Schiebewind nutzen, um uns eine kurze Verschnaufpause zu gönnen. Anschließend setzten wir unsere Fahrt auf der Elbe bis nach Tangermünde fort, wo wir unsere Mittagspause einlegten. Frisch gestärkt ging es danach in gleichmäßigem Tempo weiter in Richtung Havelberg, wobei wir die durchfahrbare Schleuse Havelberg passieren konnten, da Ober- und Unterpegel identisch waren. Nach stolzen 72 Kilometern erreichten wir schließlich unser Ziel. Den anstrengenden Tag ließen wir beim gemeinsamen Kochen entspannt ausklingen.
Die Heimfahrt nach Rathenow begann mit der Durchfahrt durch den Stadtkanal von Havelberg und führte uns anschließend über die wunderschön renaturierte Havel, die mit ihrer ruhigen, naturnahen Landschaft beeindruckte. Dabei machten sich jedoch die Bedingungen bemerkbar, denn wir ruderten nun wieder gegen die Strömung, was die Etappe deutlich anstrengender gestaltete. Dennoch meisterten wir auch diese Herausforderung souverän. Selbst der Ausfall der Fernbedienungszentrale stellte kein Hindernis dar, da die Schleusen in Garz (Havel) und Grütz problemlos (vor Ort besetzt) funktionierten. Die Tour forderte uns zunehmend, doch nach einer erholsamen Mittagspause am Biwakplatz in Grütz fanden wir neue, frische Motivation für die letzten Kilometer. In Rathenow angekommen, waren wir stolz auf die erfolgreich gemeisterte Fahrt und ließen das Erlebnis bei einer entspannten Bootspflege gemeinsam wirken.
Am Ende unserer Fahrt standen beeindruckende 172 zurückgelegte Kilometer, auf die wir alle mit großem Stolz blicken können. Diese Tour zählt ohne Zweifel zu den Schönsten, umso besser, dass es sich um unsere “Heimwanderfahrt” handelt. Begleitet von viel Sonnenschein und insgesamt hervorragenden Bedingungen wurde sie für alle Beteiligten zu einer rundum gelungenen und unvergesslichen Wanderfahrt.



